Weit weg von überall
Wer kennt sie nicht, die Südsee-Klischees von tropischen Inseln, weißen Sandstränden, bunten Fischen und blumengeschmückten Menschen. Das Schöne daran: Jedes einzelne ist wahr!
Wer Tikehau betritt, ist angekommen – am Ziel der Träume: Das flache Atoll mit mehr als einhundert winzigen Inselchen umschießt die fischreichste Lagune der Südsee. In Zahlen bedeutet Tikehau exakt 382 Einwohner, einen Bäcker, einen winzigen Greißler, eine Schule, einen blumenbestandenen Friedhof, vier Kirchen sowie einen kleinen Flughafen. Und ein himmlisches Hotel mitten in der Lagune. Mehr gibt’s nicht ! Diese Inselgruppe im Tuamotu-Archipel Französisch Polynesiens ist weit weg von überall: nach Hawaii sind es 4.000 Kilometer, nach Los Angeles 6.400, nach Australien 5.700 Kilometer; das Mutterland Frankreich liegt genau am anderen Ende der Welt, 17.700 Kilometer weit weg. Und auch der graue Alltag der Erholungssuchenden rückt hier in urerreichbare Ferne. Wer nach Tikehau kommt, wird von der Leichtigkeit des Seins eingeholt und von der Ruhe der Lagune gefangen genommen.
Das einzige internationale Hotel des Atolls ist das Tikehau Pearl Beach Resort – es entspricht haargenau den Südsee-Klischees der farbigen Hochglanz-Reisebroschüren: Die Gäste sitzen auf den Terrassen der Overwater-Bungalows und genießen das perfekt naturinszenierte, tragisch-komische Schauspiel, das so typisch für die Südsee ist: Weiße Wattewölken ziehen über das Meer, Palmen flüstern, ein weich-warmer Wind liebkost die Haut, in der Ferne hört man das Rauschen der brechenden Wellen an der Riffkante. Einsiedlerkrebse wuseln durch den Sand, bunte Fische ziehen in Schwärmen vorbei und das türkisglitzernde Wasser der Lagune zerfließt mit dem Azurblau des Himmels zu einem sanften Aquarell. Noch nie zuvor hat der Binnenländer so viele verschiedene Schattierungen von Blau und Grün, Licht und Schatten, Himmel und Wasser gesehen!
Das Schauspiel begeistert, man kann es tagelang ohne Langeweile genießen – und es mangelt auch nicht an dramatischen Höhepunkten: Plötzlich kommt Bewegung in die Szene, die Lagune beginnt zu brodeln, kleinen Fische toben, fliegen über das Wasser, stieben in alle Richtungen auseinander und man meint, stimmlose Angstschreie zu hören. Nach wenigen Sekunden ist alles vorbei und der Räuber zieht seelenruhig und gesättigt davon. Als ob nie etwas gewesen wäre.
Die Südsee-Entstehungsgeschichte
In der Südsee gibt es zwei konträre Arten von Insel und es fällt schwer zu sagen, welcher dieser Gegensätze schöner ist: Die palatschinkenflachen Atolle entstanden aus dem Kalk der Korallentiere, überragen den Meeresspiegel um nur wenige Meter und werden von blendend weißen, staubzuckerfeinen Sandstränden gesäumt. Im Kontrast dazu stehen die hoch aufragenden Gebirgsinseln vulkanischen Ursprungs (bis 2.241 Meter hoch) mit kohlrabenschwarzen Buchten. Die allerschönsten Inseln präsentieren sich als eine Erfolgsmischung von beidem: als aufrechte Vulkaninsel mit bizarren, grünbewachsenen und blühenden Bergzacken gepaart mit vorgelagerten Korallenriffen und Motus (kleine Koralleninselchen) mit palmenbestandenen Stränden und einer geschützten Lagune. Die allseits bekannten Bilderbuch-Paradiesinseln wie Bora Bora, Moorea oder Huahine beispielsweise gehören dazu.
Das Haus des Meeres zu Füßen
Gelernte Landeier wie wir Österreicher kommen aus dem Staunen über die vielfältige Meeresfauna der Südsee nicht hinaus – und hinter einem so harmlos klingenden Ausflugsprogramm wie „Lagunen-Exkursion mit Picknick auf einem Motu“ kann sich auch ein veritabler Schock verbergen. Unser Boot tuckert durch die paradiesische Lagune der Insel Moorea und ankert knapp vor dem Außenriff, als die beiden Boots-Guides, die Brüder Tehaamana und Tamahehe Punu, das Kommando „Haie füttern!“ geben. Wir finden uns im Wasser wieder und hängen mit einer Tauchermaske im Gesicht an der Sicherheitsleine des Bootes, als ein Dutzend zwei Meter langer Haie geradewegs auf uns zuschwimmt. Zum Glück sind die ausgeworfenen Fischkopfdelikatessen interessanter als wir! „Riffhaie sind doch ungefährlich“, lachen die beiden Seebären-Brüder. Hätten sie das nicht früher sagen können!
Der Tag bringt noch weitere Meeresbiologie-Crashkurse: Wir füttern Stachelrochen, die wie ein Meter große Ufos durch die Lagune schweben und am Nachmittag darf ich Hina kennen lernen – hautnah, im wahrsten Sinn des Wortes! Entspannt am Rücken treibend genießt er mit geschlossenen Augen meine Zärtlichkeiten. Der gestreichelte Bauch fühlt sich sehr straff an, etwa wie ein nasser Gummistiefel. - Mein Freund Hina ist ein Delphin! Das Meeresdelphinarium des Hotel Intercontinental Beachcomber Resort Moorea bietet verschiedene Programme zum persönlichen Kennenlernen der verspielten Meeressäuger an.
Mythen und Geschichte
Tags darauf werde ich von Tikis, steinernen Wächtern mit großen Augen und magischen Kräften begrüßt – es ist Zeit, in die Geschichte und Mythologie der Südsee einzutauchen. Eine der geeignetsten Inseln dafür ist Huahine mit seinen zahlreichen archäologischen Fundstätten. Eindrucksvolle Marae (Kultstätten) zeugen von der voreuropäischen Zeit, als die Inseln von zahlreichen Königsgeschlechtern regiert wurden.
Wer in Französisch Polynesien von Geschichte spricht, teilt diese stets in zwei Epochen: in die voreuropäische und in die Zeit nach der Entdeckung (1767 durch den Briten Samuel Wallis). Man muss sich bewusst sein, dass die ersten Europäer völlig andere Inseln sahen, denn erst sie sorgten für die heute so vielfältige Vegetation: Ihre mitgebrachten Samen fielen im Tropenparadies auf fruchtbaren Boden.
Nationalblume heute ist die Tiaré (eine nur hier vorkommende Gardenienart) – sie verkörpert für die meisten Touristen den Zauber der Südsee: Am Flughafen werden Neuankömmlinge (nebst einem Ständchen auf der Ukulele) mit einem Kranz der betörend duftenden, weißen Blüten begrüßt. Und nur sehr selten sieht man eine Polynesierin ohne Blüten im Haar. An jeder Supermarkt-Kassa steht eine Schale mit duftenden Tiaré-Knospen – bitte zugreifen, das ist Tahiti!
Besser Reisen-Tipps
Französisch PolynesienTahiti ist Synonym und gleichzeitig Hauptinsel des Inselstaates Französisch Polynesien in der Südsee. Die 118 Inseln liegen in fünf Archipelen auf einer Wasserfläche annähernd so groß wie Europa. Die Inselwelt ist französisches Überseeterritorium mit weitgehend autonomer Verwaltung und 220.000 Einwohnern. Landessprachen sind Französisch und Tahitianisch, in den Tourismuszentren wird Englisch gesprochen. Infrastruktur und Gesundheitssystem sind ausgezeichnet, man benötigt keinerlei Impfungen, die Inseln sind malariafrei.
Touristenzentren und Veranstalter
Die bekanntesten Inseln sind Tahiti und das mittlerweile recht überlaufene Bora Bora; weiters Moorea, Huahine, Raiatea, Tahaa und Maupiti.
Zahlreiche Reiseveranstalter bieten internationale Spitzenhotels – so etwa FTI, Dertour, TUI, Airtours oder Jumbo. Das Inselparadies kann aber auch gut individuell bereist werden. Für die kleinere Brieftasche gibt es nette einfachere Hotels und Privatpensionen (www.haere-mai.pf, www.tahiti-pensionen.de).
Hochzeiten und Flitterwochen
Tahiti ist ein beliebtes Ziel für Honeymooner, doch auch die Hochzeit selber ist hier möglich – spezialisiert darauf ist das Künstlerdorf Tiki Village (www.tikivillage.pf). www.tahiti-honeymoon.de
Hoteltipps:
Tahiti:Le Radisson Plaza Resort Tahiti 5*, Tel. +689/48 88 07, www.radisson.com/aruefrp
Gewohnt gutes Radisson-Hotel direkt am schwarzen Strand, großzügige Zimmer, tropisches Spa, sehr gutes Restaurant.
Tikehau:
Tikehau Pearl Beach Resort 4*, Tel. +689/96 23 00, www.pearlresorts.com/tikehau
Verborgenes Hide-Away auf einem einsamen Motu (nur per Motorboot erreichbar), ideales Tauch- und Schnorchel-Revier.
Moorea:
Intercontinental Beachcomber Resort Moorea 5*, Tel: +689/55 19 19, www.moorea.intercontinental.com
Hotelkomplex, Garten- und Overwater-Bungalows, Freiluft-Spa. Besonderer Tipp: Delfin-Programme „Dolphin Quest“ (www.dolphinquest.org).
Bora Bora:
Bora Bora Lagoon Resort 5*, Tel. +689/60 40 00, www.boraboralagoon.com
Exklusives Leading Hotel of the World, luxuriöse palmgedeckte Overwater-Bungalows auf einer kleinen Insel.
Huahine:
Huahine Te Tiare Beach Resort 4*, Tel. +689/60 60 50, www.tetiarebeachresort.com
41 Garten- und Overwater-Bungalows an einem abgelegenen Traum-Strand, nur per Motorboot erreichbar.
Pension Mauarii, Tel. +689/68 86 49, www.mauarii.com
Eine der charmantesten Privatpensionen Französisch Polynesien, „Fares“ (palmgedeckte Häuschen) direkt am weißen Strand; tolles Preis-Leistungsverhältnis.
Allgemeine Infos:
Maison de la France in Wien, Tel. 0900 25 00 15 (0,68 Euro/Min.), http://at.franceguide.com, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .
Tahiti-Tourisme Deutschland, Tel. +49/69/430 52 194-21, www.tahiti-tourisme.de. www.tahitiguide.com





