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Das Wüstenabenteuer beginnt hinter Kairo

wueste_1Ägypten ist nicht nur Baden im Roten Meer, Nilkreuzfahrten und Kultur. Die Wüste und ihre Oasen locken mit unentdeckten Naturerlebnissen und freundlichen Bewohnern. Bizarrer Höhepunkt ist die „Weiße Wüste“.

Man glaubt sich auf einen anderen Planeten versetzt: im Morgendunst erheben sich aus dem goldgelben Wüstensand strahlend weiße, bizarre Gebilde. Der eine glaubt, eine Ziege zu erkennen, der andere macht einen Pilz aus, der dritte eine Sphinx. Die skurrilen Gebilde sind schneeweiß – wie aus Eis. Doch die daher trottenden Dromedare beweisen: Wir sind in der Weißen Wüste, einem Teil der Libyschen Wüste, rund 500 Kilometer südlich von Kairo. Sie gehört zum Eindrucksvollsten, was Ägypten zu bieten hat. Erosion ist der Bauherr dieser Mondlandschaft: Wind und peitschender Wüstensand schmirgelten aus den weißen, mit Fossilien durchzogenen Kreidefelsen phantasieanregende Skulpturen.

wueste_2Unser Wüstenabenteuer beginnt in Kairo gleich hinter den Pyramiden von Gizeh: Im Nachmittagsstau kriecht unser Geländewagen-Konvoi aus dem 22-Millionen-Moloch. Je weiter wir Ägyptens Hauptstadt hinter uns lassen, desto lichter wird der Verkehr. Bis uns  plötzlich die ganze Stille und Erhabenheit der Wüste umfängt. Nun wird Tempo gemacht: Auf  der schnurgeraden Asphaltstraße (der „New Valley Road“, die Kairo mit den fünf großen Oasen westlich des Nils verbindet) brettern wir mit 120 Sachen dahin.

Die Wüste ist keinesfalls eine eintönige Sandkiste - sie hat ein vielfältiges Gesicht: goldgelber Sand, schwarzes Gestein, rötliches Geröll, schneeweiße Kalkfelsen, Ebenen, Berge, grüne Oasen als Lebenszentren. Wir staunen über einen versteinerten Wald (der beweist, dass es hier vor Jahrmillionen Meer und Waldgebiete gab), über Wanderdünen mit Ausmaßen bis zu 60 Kilometer Länge, über eine Fata Morgana, die uns Schiffe im Wasser vorgaukelt, über einen Kristallberg mit einzigartigen Quarzkristall-Formationen und grüßen Abdul mit seiner riesigen Dromedar-Karawane. Angesichts der rund 500 Wiederkäuer müssen wir uns von einem hartnäckigen Klischee verabschieden. „In der Sahara gibt es keine Kamele!“ erklärt unser Guide Hesham. „Das hier sind Dromedare – haben ja auch nur einen Höcker!“

wueste_3Zur Mittagszeit erreichen wir die Ortschaft Harra, wo ein Oasengarten für uns zum wahren Garten Eden wird: Unter schattenspendenden Palmen schmeckt am offenen Feuer gerilltes Huhn, als Vorspeise gibt’s erntefrische Datteln. Wer Lust hat, kann Wellness in der Wüste probieren: am Oasenrand sprudelt eine heiße, schwefelhaltige Quelle aus dem Boden. Die Oasenbewohner haben nichts dagegen, dass wir uns zu ihnen in die warmen Fluten gesellen.

Eine unerwartete Überraschung gibt’s genau an der Stelle, wo wir sie am wenigsten erwartet hätten: In Bawiti, dem Hauptort der Oase Bahariya (die Oase ist - wie so viele - nicht nur ein kleiner Fleck, sondern 160 km lang und 42 km breit und besteht aus sechs Orten mit insgesamt 30.000 Einwohnern) stoppen wir vor einem riesigen, eingezäunten Schutthaufen. Eine steile Eisenleiter führt uns unter Tag - und hier bekommen wir den Mund vor Staunen nicht mehr zu: Wir stehen im Grabmal des Bannentiu vor farbenprächtigen, großartigen Wandmalereien und bewundern voll Ehrfurcht die rund 2000 Jahre alten Bildnisse von Isis, Osiris, Nephtytis und der Waage der Gerechtigkeit. Die Anlage gehört zu einem ganzen Gräberfeld, in dem Wissenschaftler bis zu 10.000 Tote aus griechisch-römischer Zeit vermuten. Seit ihrer zufälligen Entdeckung im Jahr 1996 durch einen Esel trägt Bahariya den Beinamen „Tal der Goldenen Mumien“. Dieser Kulturschatz ist freilich nicht ganz so bedeutend wie das Tal der Könige, doch hier hat man ihn für sich allein – ganz ohne Touristenansturm. Das ist die Weiße Wüste: Stille, Ruhe und Erhabenheit abseits des Massentourismus. – Noch!

Besser Reisen-Tipps

Allgemeine Auskünfte:
Ägypten Info Wien, Tel. 01/587 66 33, www.egypt.travel, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , info.at@egypt.travel

Reiseveranstalter:
www.botrostours.at, www.dertour.at, www.desert-team.ch, www.expresstravelinternational.at, www.kneissltouristik.at,  
Angebotsbeispiel:
Rundreise Paradiese Ägyptens - Wüste, Oasen, Pyramiden: 8-tägige Rundreise ab Kairo bis Luxor, 6 Nächte im Hotel, 1 Nacht im Zeltcamp, Verpflegung laut Programm; Reiseverlauf: Kairo, Oase Bahariya, Oase Farafra, Dakhla, Kharga, Luxor – ab 848 Euro p.P. (ohne Flug), gesehen bei Dertour.

Wüste individuell - empfehlenswerte Agenturen vor Ort:
www.panarabtours.com
www.badawiya.com
www.elsahara.de.vu - Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. (Der Guide unserer Pressereise; deutschsprachig)
 
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