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Mit dem Hausboot auf der Saône in Zeitlupe

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Die Saône in Frankreich ist ein Hausboot-Revier für ruhesuchende Landratten und Badenixen gleichermaßen: Die Landschaft präsentiert sich entspannend harmlos und die Wasserqualität des Flusses erlaubt auch Badefreuden.

Zu allererst stellt sich die Frage: flussauf- oder flussabwärts? Die  Hausboot-Einschulung an der Locaboat-Basis in Scey-sur-Saône im äußersten Osten Frankreichs ist schnell erledigt, schon beginnt unsere Kreuzfahrt auf der Oberen (Petit) Saône. Doch in welche Richtung sollen wir das Steuerrad einschlagen? Da der Wetterbereicht alles andere als berauschend ist, entscheiden wir uns für flussabwärts Richtung Süden: Hier gibt es mehrere und größere Ortschaften. Sightseeing erscheint uns angebrachter als Natur pur und Badefreuden weiter im Norden.
Der ruhige, naturbelassene Fluss schlängelt sich in zahlreichen Mäandern durch die  sanftwellige Landschaft Ostfrankreichs. Hin und wieder kürzen Kanäle Flussschleifen ab und Schleusen umschiffen kleine Wehre. Zweimal durchstoßen spektakuläre Tunnelanlagen mit je 650 Meter Länge einen Hügel. Spalier stehende Pappelalleen wechseln mit waldigen Flussufern ab, dann schließen weite Felder und Kuhweiden an. Silberreiher stehen im Wasser, Wanderfalken ziehen ihre Runden, wir erspähen Biber und die so selten gewordenen Eisvögel: Ihre Oberseite schillert in kräftigen Blautönen, der Bauch leuchtet knallrot – schön wie ein fliegender Edelstein.

Entspanntes Lebensgefühl
Die ersten Tage an der Saône vergehen – wie es sich für einen Hausboot-Turn gehört – im gedrosseltem Tempo. Wir tuckern durch die harmlos freundliche Landschaft, naschen Camembert oder Comté-Käse und nippen Cidre. Die Sightseeingtouren in den Ortschaften sind schnell erledigt: Außer so manch historischem Waschhaus oder einem romanischen Kirchlein gibt es in den verschlafenen Dörfern nicht viel zu sehen.
Die Obere Saône punktet mit ihrem ländlichen Idyll - und der Tatsache, dass man (beinahe) überall festmachen darf, wo es gefällt. So ertönt immer wieder das helle Tock-Tock des großen Eisenhammers, der die langen Metallnägel in die Uferböschungen treibt. Wir suchen uns für die Nächte die einsamsten Nebenarme und idyllischsten Plätzchen aus. Von hier marschieren oder radeln wir in nahe Restaurants.
Und wie steht es um die Badefreuden an der Saône? Am ersten Tag stürzen sich die mitgereisten Wasserratten noch wagemutig für zwei eilige Tempi in den Fluss. Brrr, schnell wieder raus: mehr als 18 Grad hat das Wasser nicht! Sonderlich einladend sieht die Saône mit ihrer braunen Farbe und dem herumtreibenden Blattwerk nicht aus, die Locaboat-Basis beteuerte aber, dass die Wasserqualität gut sei. Unser spezielles Wetterpech ist schlussendlich der Schiedsrichter: Ununterbrochener Regen (im Juli!) lässt das Wasser steigen und immer schlammiger werden. Die Wasserratten ziehen lange Gesichter.

Das richtige Boot
Bei diesem nasskalten Schmuddelwetter erweist sich die Wahl unseres schwimmenden Schneckenhauses – einer riesigen Pénichette 1500 FB – als wahrer Glücksgriff. Sie ist eines der größten und komfortabelsten Hausboot am Markt: Die Küche beispielsweise ist so geräumig, schön und praktisch, dass sie zu gemeinsamen Kochfesten einlädt. Immerhin sind wir in Frankreich und ein voller Magen stimmt die Crew zufrieden.
Am fünften Tag gibt’s keine trockene Faser mehr, die notwendigen Schleusen- und Anlegemanöver haben sämtliches Gewand durchnässt. Nun spielt die Pénichette ihr ganz großes (und bei Hausbooten seltenes) Atout aus: eine Zentralheizung! Unter Deck wird es richtig gemütlich und wir können den großen Komfort unseres Hausboots voll genießen. Dass wir eigentlich einen Badeturn machen wollten, ist da schnell vergessen.

Besser Reisen Tipps

  • Kleinigkeiten, die das Leben an Bord sehr erleichtern:
    • Verteilersteckdose, Wäscheleine und Kluppen, starke Arbeitshandschuhe (zum Hantieren mit den Tauen) und regenfeste Kleidung.
    • Fahrräder erweitern die Mobilität enorm – sehr empfehlenswert! An den Bootsbasen zu mieten.
    • Achtung Großgewachsene: die Stehhöhe im Unterdeck beträgt bei Hausbooten max. 1,90 bis 1,95 Meter!
  • Internet: www.hausboot-boeckl.com, www.terramarin.com und www.hausboot.at
 
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