Stadt aus dem Mittelalter, Zukunft im Meer
Tallinn, die Hauptstadt der kleinsten und nördlichsten Ostseerepublik Estland, putzt sich besonders fein raus: Die mittelalterliche Märchenstadt ist Europäische Kulturhauptstadt 2011 und kein bisschen verstaubt.
UNESCO WeltkulturerbeDie Altstadt von Tallinn verfügt über ein geschlossenes, mustergültig renoviertes mittelalterlichen Ensembles mit 67 Türmen und einer trutzigen Stadtmauer. 1997 wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Blütezeit war im 13. Jahrhundert: Unter dem damaligen Namen Reval florierte Tallinn als zweitwichtigste Hansestadt hinter Lübeck! Eines der prächtigsten Bauten ist das gotische Rathaus aus dem 13. Jahrhundert sowie die Ratsapotheke, die 1422 erstmals urkundlich erwähnt wurde.
Tallinns Altstadt ist zweigeteilt: Die Unterstadt war das hanseatische Zentrum mit reichen Kaufleuten und Handwerkern. Die Oberstadt, der Domberg, gilt als ursprünglicher Stadtkern, hier siedelten einst Adel und Klerus. Die Stadt war so wohlhabend, dass sie sich um 1500 sogar den höchsten Kirchturm Europas leisten konnte: Der Turm der St. Olai-Kirche überragte mit seinen 159 Metern Höhe sogar das Ulmer Münster um zwei Meter! Heute bereichern mehr als 30 Museen das lebendige Städtchen, in mittelalterlichen Gewölben verstecken sich chice Kunsthandwerksläden, Restaurants und Bars. Mit seiner regen Open-Air-Lokalszene verbreitet Tallinn im Sommer fast mediterranes Flair.
Balance zwischen Mittelalter und Moderne
Rund um die Altstadt gruppiert sich das „neue“ Tallinn mit Einkaufszentren, Hotels und Banken aus Glas und Beton. Die estnische Hauptstadt gilt als modernste und liberalste der baltischen Metropolen und zählt in punkto Informationstechnologie zu den intelligentesten Städten der Welt: Ein Verfassungsrecht auf Internetzugang, eine seit dem Jahr 2000 papierfreie Regierung und Schulnoten per SMS aufs Handy sind hier keine Zukunftsvision sondern Realität.
Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Dänen, Deutsche, Polen, Schweden und die Russen hinterließen Spuren ihrer Regentschaft. Den schwersten Schicksalsschlag erlebte Estland nach dem Hitler-Stalin-Pakt 1939: Das Land wurde von Russland einverleibt, von den Deutschen besetzt und nach Kriegsende sowjetisiert. Am 20. August 1991 erfolgte die Unabhängigkeitserklärung. Alle Wunden der Sowjetzeit sind noch nicht verheilt, triste Trabantenstädte zeugen von der Sowjetvergangenheit.Kulturhauptstadt Europas 2011
Im Jahr 2011 sind die Augen vorwärts gerichtet: Gemeinsam mit dem finnischen Turku ist Tallinn Kulturhauptstadt Europas 2011. Um ein möglichst authentisches Programm zu gestalten, wurde den Bewohnern im Vorfeld die Möglichkeit gegeben, aktiv an der Planung teilzunehmen und ihre eigenen Ideen und Wünsche mit einzubringen. Mehr als 1000 Kulturprojekte wurden eingereicht. Das Motto des bunten, ganzjährigen Veranstaltungsreigens lautet: „Geschichten am Meer“. Tallinns Küstenstreifen war die große Schwäche der Stadt. Ein ungenutztes und verfallendes Hafengebiet ließ die Nähe des Stadtzentrums zum Meer kaum wahrnehmen. Nun ist Tallinn am besten Weg, ähnlich wie Barcelona, ein junges, hippes Hafenviertel zu bekommen und wird damit noch attraktiver.
Besser Reisen Tipps:
Anreise:Derzeit werden leider keine Direktflüge von Österreich nach Tallinn angeboten. Die besten Verbindungen sind mit Air Baltic via Riga (www.airbaltic.com - ab 158 Euro hin und zurück) oder mit Scandinavien Airlines via Kopenhagen (www.flysas.com/at).
Veranstalter:
Dertour (www.dertour.at), TUI (www.tui.at), FTI (www.fti.at).
Hoteltipps:
Schlössle Hotel 5*, www.schloesslehotel.com; 1 ÜF im DZ p.P. bei Dertour ab 91 Euro.
Hotel Telegraaf 5*, www.telegraafhotel.com; 1 ÜF im DZ p.P. bei Dertour ab 75 Euro.
Radisson Blu Hotel Olümpia 4*, www.radissonblu.com/olumpiahotel-tallinn; 1 ÜF im DZ p.P. bei Dertour ab 33 Euro.
Allgemeine Infos:
www.tallinn2011.ee
www.tourism.tallinn.ee/ger (inkl. Hotels und Unterkünfte) Tel. +372/56 20 11 - 24 oder 25




