Komm gut heim
Damit der exotische Urlaub nicht zum Albtraum wird, sollten Sie gesundheitlichen Risken vorbeugen. Was nicht meint, vor Ort das Hirn auszuschalten.
Gehen Sie mindestens einen Monat vor der Abreise in die Ferne zum Reise- bzw. Tropenmediziner – manche Impfungen sind erst nach zwei oder drei Teilimpfungen wirksam. Zur Grundausstattung gehören Impfungen gegen Tetanus, Poliomyelitis (Kinderlähmung) sowie Diphterie, die Sie aber wahrscheinlich ohnehin immer wieder auffrischen lassen. Außerdem wird generell die Impfung gegen Hepatitis A+B (Leberentzündung) angeraten. Hepatitis A wird über die Nahrung übertragen, Hepatitis B durch Körpersekrete, also vor allem durch ungeschützten Sex (den Sie mit Fremden sowieso tunlichst vermeiden sollten, Stichwort HIV) aber auch über ärztliche Eingriffe.
Eine der am meisten verbreiteten Krankheiten in den Tropen ist Malaria, eine schwere Fieberkrankheit, die unter Umständen zum Tod führt. In manchen Regionen sind die Erreger resistent gegen die Bestandteile mancher Medikamente. Ihr Arzt wird Ihnen, je nachdem, wohin Sie genau reisen und wie lange Sie dort bleiben, Tabletten zur vorbeugenden Einnahme verschreiben oder Notfalls-Medikamente zur Selbstbehandlung im Falle des Falles mitgeben. Da die Prophylaxe keinen absoluten Schutz bietet und Malaria durch Stechmücken übertragen wird, sollten Sie sich im Urlaub vor Stichen schützen. Rund neunzig Prozent des Infektionsrisikos lassen sich durch lange Ärmel und Hosen am Abend, Moskitonetze und Repellents abfangen. Damit wappnen Sie sich auch gegen andere, ebenfalls durch Insekten übertragbare Krankheiten, gegen die es gar keine Impfung gibt wie etwa Denguefieber.
Regional begrenzt ist das Auftreten weiterer durch Insekten übertragener Krankheiten, für die vorbeugende Impfungen zur Verfügung stehen: Gelbfieber (tropisches Afrika und Lateinamerika) sowie Japan-B-Encephalitis (Asien), beides schwere Krankheiten mit schlechten Heilungschancen. In Afrika spielt weiters noch die Meningokokken-Meningitis eine Rolle, eine eitrige Gehirnhautentzündung, die durch Tröpfcheninfektion also zum Beispiel durch Anhusten übertragen und die mit Antibiotika behandelt wird. Für Reisen in Hochrisikogebiete empfiehlt sich die vorbeugende Schutzimpfung. Selbiges gilt auch für Typhus, wenn Ihr Reiseziel Nordafrika, Peru, Indien oder Nepal heißt. Selbstverständlich ist eine Typhus Schluck- oder Stichimpfung aber auch bei Reisen in alle anderen tropischen Länder eine gute Idee – was auch für Cholera gilt.
Typhus, Cholera und Hepatitis A werden durch kontaminierte Nahrungsmittel übertragen. Hier sind auch Sie wieder gefragt: Achten Sie auf die Nahrungsmittelhygiene. Verzichten Sie in exotischen Ländern auf Leitungswasser, Eiswürfel und Eiscremes, weiters auf Salate, rohe Gemüseprodukte, ungeschälte Früchte, rohe Fisch- und Fleischzubereitungen. Ein Ressort mit hohem Standard ist im Übrigen kein Garant für einwandfreie Nahrung, denn die Zutaten für die Küche stammen meist aus dem Hinterland.
Besser Reisen Info
Reisemedizinischer Rat
Zentrum für Reisemedizin, Alserstr. 48/2, 1090 Wien, Tel 01/403 83 43, www.reisemed.at
Institut für Reise- und Tropenmedizin, Lenaugasse 19, 1080 Wien, Tel 01/402 68 61-0, www.tropeninstitut.at
Impfzentrum Nord, Kratochwjlestr. 12/1, 1220 Wien, Tel 01/263 52 00, www.impfzentrum.at
Traveldoc Reisemedizinisches Zentrum, Favoritenstr. 32, 1040 Wien, Tel 01/505 64 46, www.traveldoc.at
Tropenzentrum im SMZ-Süd/KFJ-Spital, Kundratstr. 3, 1100 Wien, Tel 01/601 91-2434, www.tropenzentrum.at





